In der ZIB2 wurde am 13. Jänner 2026 wiederholt darüber berichtet, dass auf den Laptops und Tablets der Geräteinitiative in der Schule zwar Gewalt- und Pornoseiten gesperrt sind, aber zuhause kein entsprechender Schutz geboten sei:
https://on.orf.at/video/14307105/16016645/schul-laptops-jugendschutz-greift-zuhause-nicht
Es werden dabei gleich mehrere Problemfelder adressiert:
- fehlende Durchsetzung eines gesetzlichen digitalen Jugendschutzes (u.a. Einhaltung einer Altersbeschränkung bei Social Media & Co.)
- fehlende Etablierung von Tools zur Absicherung bei PCs und Laptops (ähnlich zu Family Link bei Android Smartphones)
- mangelnde Medienkompetenz bei den Eltern, die den Kindern oft einen (zu) freien Umgang mit den digitalen Geräten gestatten bzw. in weiterer Folge bei entsprechendem Interesse oft auch nicht die technische Kompetenz zur Umsetzung haben (z.B. Anpassungen im hauseigenen Router)
Bildungsminister Wiederkehr hat es sich zum Ziel gesetzt, den Jugendschutz auf Schülerlaptops mit Windows Betriebssystem auszubauen:
Wie das Ganze bei alternativen Betriebssystemen (Linux, chromeOS, iOS, Android) umgesetzt werden soll, steht noch in den Sternen.
Ich halte es dennoch für einen wichtigen Schritt, dass die Nutzung der digitalen Endgeräte nicht nur in der Schule selbst in einem sicheren und altersgerechten Rahmen möglich ist. Gleichzeitig wird durch eine Kultur des Verhinderns (die Kinder dürfen oft nicht einmal Software auf ihren eigenen Schulgeräten selbstständig installieren) das Ziel einer umfassenden digitalen Grundbildung verfehlt.
Auch der Chief Digital Officer des BMB – Martin Bauer – weist auf die Notwendigkeit der elterlichen Begleitung hin (eine Sichtweise, die im Kern auch von saferinternet.at so getragen wird):
Auf technische Lösungen alleine würde er sich aber beim Jugendschutz ohnehin nicht verlassen, betonte Bauer. Kinder und Jugendliche würden immer Mittel und Wege finden, technische Sperren zu umgehen. Er plädiert dafür, mit den Kindern Regeln zu vereinbaren und das Kind aktiv bei der Nutzung des Laptops zu begleiten, etwa indem man immer wieder im Browserverlauf anschaut, auf welchen Seiten das Kind unterwegs war. Und auch im Fach Digitale Grundbildung würden die Kinder lernen, wie man mit den Geräten und Anwendungen umgeht.
Nichtsdestotrotz sollen in dieser Artikel-Reihe Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie auch unter Ubuntu ein grundlegender Jugendschutz eingerichtet werden kann. Dabei müssen allerdings zwangsweise die Rechte der Kinder auf ihren eigenen Geräte eingeschränkt werden (Verwehren der Admin-Rechte).
DNS mit Jugendschutzfunktion einrichten
Der Dienst DNS4EU (co founded by the European Union) stellt mehrere DNS-Adressen mit unterschiedlichen Funktionen bereit:

Die Seite https://www.joindns4.eu/for-public liefert noch eine 5. Option „Protective + Child Protection + Ad Blocking“, die auf der Startseite von DNS4EU nicht gleich ersichtlich war.

Für diese Option „Protective + Child Protection + Ad Blocking“ werden folgende Einstellungen gelistet:

Um den DNS-Eintrag dauerhaft im System zu hinterlegen, reicht es nicht, diesen in einem bestimmten LAN oder WLAN-Profil zu setzen.
Auf meinem Test-Gerät mit Ubuntu 25.10 habe ich dazu einen Eintrag in der Datei /etc/systemd/resolved.conf vorgenommen:

Ob die Änderungen auch tatsächlich greifen, kann mit dem Befehl resolvectl status ermittelt werden:

Öffnet man im Anschluss beispielsweise mit dem Browser Mozilla Firefox eine Pornoseite, erscheint folgende Seite:

Erlaubt man unter „Erweitert“ eine Ausnahme erscheint eine aussagekräftige Meldung „Access to this website is restricted“:

In meinen Tests konnte ich einmal keine Ausnahme hinzufügen, sodass dann nur die Zwischenseite angezeigt wurde. Einmal kam ich direkt auf die DNS4EU Hinweis-Seite. Auf jeden Fall wurden in allen Tests verschiedene Pornoseiten erfolgreich am Schüler-Gerät zu Hause blockiert.
Möchte man auf die Einschränkung der User-Rechte am eigenen Gerät verzichten, könnte man den DNS-Filter auch am hauseigenen Router (gleich für mehrere Geräte) einrichten. Damit wäre bei minimalem Mitteleinsatz schon viel bewirkt.

https://www.ionos.de/digitalguide/server/konfiguration/ubuntu-dns-aendern
Wie man beispielsweise auf einer FritzBox sinnvolle Einstellungen zur Kindersicherung tätigt, kann unter folgendem Link nachgelesen werden:


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