Bereits im Februar haben die Grünen einen Parlamentarische Anfrage gestellt. Im Mai wurde diese auch durch das BMB beantwortet.

Über die Anfrage haben wir hier berichtet:

Die Antwort findet sich hier:

https://www.parlament.gv.at/gegenstand/XXVIII/AB/4410

Die wichtigsten Kritikpunkte bleiben aufrecht.

Schulbücher durchlaufen einen aufwendigen Approbationsprozess, während dies bei Software nicht der Fall ist. Hier genügen in der Regel die Angaben der Hersteller. Dass daraus Datenschutzprobleme entstehen können, liegt auf der Hand. In Schulen wird somit Software eingesetzt, ohne dass das BMB überprüft hat, ob datenschutzrechtliche Risiken bestehen. Aus unserer Sicht betrifft dies auch Programme, die ein sogenanntes „Gütesiegel“ erhalten haben – ein Umstand, den wir bereits mehrfach kritisiert haben.

Obwohl Schulen im Rahmen ihrer Autonomie grundsätzlich Open-Source-Lösungen einsetzen können, fehlen weitgehend konkrete Maßnahmen zur systematischen Förderung und breiten Implementierung europäischer und Open-Source-Produkte. Zudem wird diese Autonomie durch Vorgaben der Bildungsdirektionen eingeschränkt, die unter Verweis auf Konsolidierung argumentieren, dass nicht alle Lösungen unterstützt werden können.

Die in der Antwort genannten Open-Source-Lösungen (Eduthek, Eduvidual, Next-Exam) erhalten lediglich marginale finanzielle Unterstützung verglichen mit den propriäteren Lösungen und werden dadurch faktisch ausgehungert. Next-Exam von OSOS Austria hervorgegangen, wird inzwischen dankenswerterweise auch vom BMB unterstützt. Zuvor ist es dem BMB jedoch über Jahre hinweg nicht gelungen, eine digitale Prüfungsumgebung in vergleichbarer Breite für alle Schulen bereitzustellen; entsprechende Initiativen blieben auf Prototypen oder Pilotschulen beschränkt – und das bei deutlich höheren Kosten.

Was jetzt notwendig wäre, ist ein klares Bekenntnis zu freien Open-Source-Lösungen, die auch vom BMB gezielt gefördert werden. Langfristig könnten sich daraus erhebliche Kosteneinsparungen ergeben. Zudem existieren bereits Beispiele aus anderen Ministerien, an denen man sich orientieren könnte.

https://www.derstandard.at/story/3000000317688/geraeteinitiative-des-bildungsministeriums-laesst-open-source-alternativen-links-liegen

Kategorien: AllgemeinDatenschutz

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