Ubuntu im Schulalltag

Veröffentlicht von Thomas Krupa am

Seit fast 15 Jahren setzen wir jetzt Ubuntu auf unseren Desktoprechnern ein. Seit vielen Jahren bin ich froh diesen Wechsel vollzogen zu haben.

Angefangen hat alles so im Jahr 2001/02. Mit Linux war ich bereits bestens vertraut und daher ersetzte ich den Schulserver durch ein SUSE Linux. Darauf liefen Dienste wie DNS, DHCP, SMTP, FTP, POP, HTTP, SAMBA und ein paar andere. Auf den Desktop Rechnern lief Windows 2000 und später dann Windows XP. Irgendwann kamen dann die ersten Ubuntu Versionen. Relativ bald begann ich unsere Desktoprechner mit Dual-Boot zu versehen. Irgendwann merkte ich, dass der Aufwand Windows aktuell zu halten relativ groß war – im Vergleich zu Ubuntu. Da wir unter WIndows oft die gleichen Programme (Firefox, OpenOffice,…) verwendeten, war mir klar ich brauche Windows nicht. Das Betriebssystem sollte für den Benutzer egal sein. Somit war WIndows auf den Klassen-PCs und den Informatiksälen Geschichte.

Unsere Rechner werden automatisiert aufgesetzt. Wie das geht werde ich in einem weiteren Beitrag erklären. Auf all den Rechnern gibt es zwei Accounts – Schüler/Lehrer sowie einen Administrator. Im EDV-Saal wird der Schüler/die Schülerin automatisch mit dem Schüleraccount eingeloggt. – ja richtig kein individueller Account, nur ein Standardbenutzer. Muss/will ein Schüler seine Daten in der nächsten Info-Stunde wieder haben, kann er sie z.B in Moodle ablegen. Nach einem Reboot sind nämlich alle Änderunge die gemacht wurden verloren. D.h. einerseits ein Schüler/Schülerin kann beliebige Änderungen vornehmen, – z.B Hintergrundbild, Passwörter im Browser speichern, aus einer Webanwendung nicht ausloggen – andererseits findet er jedesmal das gleiche System vor sich, egal wer vor ihm gearbeitet hat.

Auf den KlassenPcs funktioniert das genau gleich – mit dem wesentlichen Unterschied, dass sich die Lehrer dort einloggen müssen. Aber auch da räumt ein Reboot die Änderungen wieder weg.

Falls ich als Administrator dauerhafte Änderungen im Schüler/Lehrer-Profil machen möchte, geht das ganz einfach – ich muss nur das OverlayFS aushängen und die Änderungen werden dauerhaft gespeichert.

Das System aktuell zu halten – und mit System sind auch alle installierten Programme gemeint – ist ganz einfach „apt update && apt upgrade“, oder über cron automatisiert. Das Paketmanagment sehe ich als den größten Vorteil gegenüber z.B Windows. Software im Nachhinen zu installieren wird damit ebenfalls ganz einfach. Da kann z.B. Cluster-SSH gute DIenste leisten.

In einem weiteren Beitrag werde ich zeigen, welche Änderungen ich am System vornehme und welche Software zusätzlich installiert wird.

Prinzipiell verwenden wir in der Schule nur LTS-Versionen von Ubuntu. Derzeit ist 18.04 installiert. Heuer kommt noch 20.04 heraus. Sobald diese erscheint, klone ich die Installationsskripte von 18.04 und adaptiere sie für 20.04. Diese wird dann vermutl. bis Herbst auf alle Rechner ausgerollt.

Welche Vorteile sehen wir?

  • Wir sind unabhängig. Wir könnten relativ rasch von Ubuntu zu einer anderen Distribution Debian, Red Hat oder SUSE,… wechseln. Die Software wäre ziemlich die gleiche
  • Der deutlich geringere Wartungsaufwand. z.B keine Images,…
  • SchülerInnen können das gleiche System zuhause verwenden, ohne dass Kosten enstehen.
  • Bisher keine Probleme mit Viren oder Ressourcenverschwendung durch Virenscanner.
  • Super Support durch die Community z.B.: https://askubuntu.com/
  • Schutz der Privatsphäre

Gibt es auch Nachteile?

  • Keine/kaum Unterstützung von öffntlichen Stellen. Sehr oft werden Dokumente nur in proprietären Formaten zur Verfügung gestellt. Ich denke an SRDP, VWA, Vorlagen mit VBA Makros,…

Welche Wünsche hätten wir

  • Verpflichtender Open Source-Software Einsatz in den Schulen. Es würde eine Wertschöpfung vor Ort entstehen. Die Abhängigkeit von den großen Konzernen ist bereits jetzt zu groß und wie wir seit E. Snowden wissen, können wir denen auch nicht vertrauen.
  • Public Money – Public Code
  • Weg von Ausbildung (für Konzerne) zurück zu Bildung


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