In einem offenen Brief an Ursula von der Leyen (Präsidentin der EU-Kommission) halten Angelika Merkel (Deutschland), Kaja Kallas (Estland), Mette Frederiksen (Dänemark) und Sanna Marin (Finnland) fest:

die Digitalisierung ist entscheidend für die wirtschaftliche Erholung in Europa – für Wohlstand, Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und das Wohlergehen unserer Gesellschaften.

Gleichzeitig sind jedoch die Abhängigkeiten und Schwächen der europäischen digitalen Kapazitäten, Fähigkeiten und Technologien deutlicher zutage getreten. Digitale Wertschöpfung und digitale Innovationen finden in erheblichem Umfang außerhalb Europas statt. Daten sind die neue Währung, aber sie werden überwiegend außerhalb Europas gesammelt und gespeichert. Und demokratische Grundwerte stehen im digitalen Zeitalter weltweit unter erheblichem Druck.

Es ist daher an der Zeit, dass Europa seine digitale Souveränität stärkt. Wir müssen den digitalen Binnenmarkt in all seinen Dimensionen stärken, damit Innovationen gedeihen und Daten frei fließen können. Wir müssen Wettbewerb und Marktzugang in einer datengetriebenen Welt wirksam sicherstellen. Kritische Infrastrukturen und Technologien müssen resilient und sicher werden. Es ist an der Zeit, dass Regierungen bei der Digitalisierung voranschreiten, um Vertrauen und digitale Innovation zu fördern.

Digitale Souveränität soll hier nicht als Protektionismus falsch verstanden werden:

Ist dies nicht möglich, sollten wechselseitige Abhängigkeiten geschaffen werden (also keine einseitigen Abhängigkeiten von Monopolen oder Ländern). Ist auch dies nicht möglich, so können als letzte Option europäische Kapazitäten und Fähigkeiten aktiv gefördert und ausgeweitet werden.

Ein Fokus in diesem Schreiben liegt u.a. auf Künstliche Intelligenz, Exzellenz bei Quantencomputing, EU-basierten Cloud-Lösungen und einem europäischen Vorgehen zur Förderung der Virtualisierung von Kommunikationsnetzen und neuer Technologien (openRAN).

Große Plattformbetreiber wie Facebook, Google, Microsoft und Amazon sollen in Zukunft zudem stärker reguliert werden.

https://www.derstandard.at/story/2000124287039/facebook-erleidet-in-australien-ein-blackout

Die starke Abhängigkeit Europas von IT-Anbietern aus USA und China wurde uns nicht erst durch die Pandemie vor Augen geführt. Besonders deutlich sieht man diesen Trend derzeit bei Videokonferenzsystemen (Teams, Meet, Zoom, …) – wir bezahlen mit der Währung Daten – und bei Halbleitern. Tech-Giganten wie Apple und Huawei kauften den Markt leer mit der Folge, dass die Automobilindustrie in Europa ihre Produktion nicht mehr aufrecht erhalten kann.

https://orf.at/stories/3201827/

Als Grund für die Zuschauerrolle Europas im digitalen Wettrüsten zwischen USA und China sieht die KI-Expertin Yvonne Hofstetter u.a. den Fall der Mauer 1989 und die damit ausgefallen Investitionen des Militärs in Europa.

Schon früh habe etwa die NASA ihr Forschungszentrum im Silicon Valley im US-Bundesstaat Kalifornien angesiedelt, das Militär habe wesentlich an der Entstehung von Technologien gearbeitet, da seien „viele Staatsgelder hingeflossen.“

https://orf.at/stories/3203555/

Die Notwendigkeit zum Handeln sieht auch der Österreichische Präsident des Nationalrats, Mag. Wolfgang Sobotka:

Wenn wir jetzt noch Big Data und Künstliche Intelligenz den anderen überlassen, sind wir endgültig zur Rolle der Zuschauer verdonnert.

Wir als OSOS Austria bieten gerne unsere Expertise an, wenn es darum geht, mehr digitale Souveränität im Bildungswesen zu verankern!

Linux, LibreOffice, Collabora Online Office, eduvidual.at, NextCloud, BigBlueButton, Firefox, Gimp, VLC, FOG, opnSense usw. – die technische Basis zur unabhängigen Nutzung der IT an Schulen ist schon längstens vorhanden!

Lasst uns diesen frischen Wind nun endlich auch nutzen! Freie Open Source Software ist der Schlüssel zur digitalen Souveränität!

https://app.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/digitalisierung-appell-von-vier-regierungschefinnen-an-die-eu-europa-muss-seine-digitale-souveraenitaet-staerken/26962398.html?ticket=ST-9310993-CLbVnDCzOtYwp4IedfwE-ap6


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