Vielen bekannt ist der Begriff Zivilcourage:

Mut, den jemand beweist, indem er humane und demokratische Werte (z. B. Menschenwürde, Gerechtigkeit) ohne Rücksicht auf eventuelle Folgen in der Öffentlichkeit, gegenüber Obrigkeiten, Vorgesetzten o. Ä. vertritt

Der Verein Digitalcourage für technik- und gesellschaftspolitisch interessierte Menschen mit Sitz in Bielefeld hat sich zum Ziel gesetzt, (Zivil-)Courage auf digitale Bereiche anzuwenden.

Im Digitalcourage Bildungspaket werden 10 Leitlinien für eine nachhaltige digitale Bildung postuliert:

Vorderseite Digitalcourage Bildungspaket
https://shop.digitalcourage.de/images/thumbnail/produkte/large/9783934636316.jpg
  1. Digitale Werkzeuge ersetzen weder Lehrkräfte noch Inhalte
  2. Datenschutz anwenden und unterrichten
  3. Digitale Inhalte als Unterrichtsgegenstand verstehen
  4. Medienkompetenz als vielschichtige Einheit begreifen
  5. Geeignete Materialien anbieten
  6. Keine Werbung an Schulen zulassen– auch nicht von IT-Firmen
  7. Freie Software und offene Formate einsetzen
  8. Fortbildungen anbieten und Teilnahme ausbauen
  9. Personelle und finanzielle Kapazitäten erhöhen
  10. Eltern stärker einbeziehen

Alle 10 Punkte werden mit Sujets grafisch untermauert:

Datenschutzfreundliche Alternativen werden übersichtlich aufgezeigt:

In folgendem Artikel berichtet ein Lehrer aus der Aventinus-Mittelschule in Abensberg, warum Mainstream-Lösungen trotz Empfehlung mancher Datenschutzbeauftragten nicht in Frage gekommen sind:

https://digitalcourage.de/blog/2021/praxisbeispiel-grundrechtewahrende-software-in-der-schule

Gerade bei Daten von Schülerinnen und Schülern war man nicht bereit, irgendwelche faulen Kompromisse einzugehen:

Für den Fernunterricht wurden in dieser Zeit deutschlandweit die vielfältigsten Systeme eingesetzt. Die einfachste und nächstliegende Lösung wäre die Wahl eines „kostenlosen“ Videochat-Programms eines etablierten Anbieters gewesen – fertig! So, wie es viele andere machen. Doch was vielen nicht bekannt ist: Niemand hat etwas zu verschenken. Und gerade die großen Internetkonzerne, die mit ihren „Gratis“-Angeboten locken, wollen bezahlt werden. Mit einer in unserer modernen Welt immer wertvoller werdenden Währung: mit persönlichen Daten.

Folgendes Zitat von Achim Shaukat bringt es trefflich auf den Punkt:

Guter Unterricht – auch in Zeiten der Corona-Pandemie – sollte unserer Meinung nach jedem Kind vorbehaltlos zustehen, ohne dass dafür erst die Eltern der Weitergabe von höchst sensiblen Daten an multinationale, kaum durchschaubare Konzerne zustimmen müssen.

Sei auch du digital couragiert und setze dich für Freie Open Source Software im Bildungswesen ein!


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