NATIONALER BILDUNGSBERICHT

2021 ist der 5. Nationale Bildungsbericht (NBB) unter Koordination des BMBWF in Zusammenarbeit mit dem IQS und zahlreicher WissenschafterInnen erschienen.

Der NBB 2021 gliedert sich in 3 Teile:

  • Bildungscontrolling-Bericht
  • Bildungsindikatoren
  • Ausgewählte Entwicklungsfelder

Details:

https://www.bmbwf.gv.at/Themen/schule/bef/nbb.html

Open Source

Open Source – Variationen und Unabhängigkeit schaffen
Im Zuge der Pandemie brauchte es kurzfristige und schnelle Softwarelösungen. Dies
bedingt natürlich, dass man sich an kommerzielle Anbieter wendet, da diese auch eine
stabile und vor allem betreute Lösung zur Verfügung stellen konnten. Dies war kaum
anders handzuhaben, allerdings sollte bedacht werden, dass dies nicht ein endgültiger
Zustand sein sollte. Es geht auch darum, Variationen und Unabhängigkeiten im Bildungs-
system zu schaffen. Es braucht also Raum für alternative Softwarelösungen, insbesondere
auch auf dem Open-Source-Markt. Schüler/innen müssen sowohl Vor- als auch Nachteile
von Software- und Hardwarelösungen kennen, um ausreichend auf eine variantenreiche
digitalisierte Welt vorbereitet zu sein.

Seite 362 + 363, NBB 2021

Fazit

Vorausschauendes Denken und Handeln würde bewirken, dass in Krisensituationen nicht nur auf Software-Lösung globalisierter US-Konzerne zurück gegriffen werden kann/muss.

Zudem gilt es festzuhalten, dass auch Open Source Lösungen durch Firmen in Österreich bzw. aus der EU auf Enterprise-Niveau betreut werden können!

Gleichzeitig muss auch mit dem Vorurteil aufgeräumt werden, dass die Lösungen der Big Player (GAFAM = Google, Apple, Microsoft, Amazon, Facebook) immer so stabil laufen wie es uns suggeriert werden soll.

Ausfälle werden hier jedoch stillschweigend hingenommen während deutlich unterdotierte Projekte aus dem eigenen Haus oft viel kritischer bewertet werden. Haftet hochwertigen Open Source Lösungen mancherorts noch immer ungerechtfertigt das Image einer Bastellösung an, so beweisen manche proprietäre Industrielösungen regelmäßig ihre Verlässlichkeit, Probleme und Chaos zu verursachen:

https://www.heise.de/news/Sicherheitsupdates-vom-Januar-2022-mit-massiven-Kollateralschaeden-in-Windows-6325265.html

Es reicht einfach nicht, in unserem Bildungssystem die Verantwortung auf die großen Firmen abzuschieben nach dem Motto „Wenn es die nicht schaffen, wer dann?“.

Was es braucht ist eine viel höhere Finanzierung von Open Source Lösungen in Österreich, um die geforderte Skalierbarkeit eben dieser vor der nächsten Krise sicherzustellen und die selben Fehler nicht zu wiederholen!

HOCHSCHULKONFERENZ 2021

Bereits im Dezember 2020 wurde eine Arbeitsgruppe „Digitales Lehren, Lernen und Prüfen an Hochschulen im Sinne der Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität des hochschulischen Lehrens, Lernens und Prüfens“ von der Hochschulkonferenz eingerichtet, um neue (digitale) Erfahrungen in Zukunft in die reguläre Lehre zu integrieren.

Open Soure

Technische Infrastruktur aus Sicht der Institution
Um digitale Lehre an einer Hochschule umzusetzen, ist generell eine Basisausstattung, die auf Netzwerkebene beginnt und bei webbasierten Informationssystemen und Applikationen auf einer zumeist In-House-Serverlandschaft endet, notwendig. Bereits die E-Learning-Studie (Bratengeyer et al. [2016]) zeigte, dass die meisten Hochschulen heute über Lernmanagementsysteme, Videokonferenzsysteme oder auch Videoplattformen verfügen. Während der Covid-19-Pandemie konnten die Hochschulen auf einige, bereits bestehende Strukturen zurückgreifen, berichten aber von einem massiven Ausbau, um den deutlich erhöhten Anforderungen gerecht zu werden (Ebner et al [2020]). Aus Studien ist außerdem bekannt, dass insbesondere auch Studierende massiv zentrale und einheitliche Systeme einfordern, da sie sich von Lehrveranstaltung zu Lehrveranstaltung mit anderen Applikationen und Zugängen, sogar innerhalb einer Hochschule, konfrontiert sehen. Institutsübergreifend ist dies auch für Lehrende eine deutliche Herausforderung.

Zudem gehen mit jeder zusätzlichen Applikation auch Fragen der Einhaltung des Datenschutzes und des Urheberrechts einher. Zusammenfassend wird festgehalten, dass man sich bei der Basisinfrastruktur an Standards, im Idealfall an Open-Source-Lösungen, orientieren sollte. Zur interinstitutionellen Basisausstattung gehört weiters eine angemessene Abdeckung des Internetzugangs (inkl. ausreichender Bandbreite und flächendeckender Stromversorgung, wie hier der Vollständigkeit halber erwähnt sei), sodass ein digitales Arbeiten für alle ermöglicht wird. Jedenfalls zu begrüßen sind österreichweite Netzwerke wie das Austrian Academic Computer Network (ACOnet) oder das Forum Neue Medien Austria (fnma), um einen österreichweiten und interinstitutionellen Austausch und gemeinsame Entwicklungen anzustoßen.

S: 27, HSK 2021

Fazit

In vergangenen Artikeln haben wir bereits berichtet, dass beispielsweise die UNIVIE mit dem Open Source Lernmanagementsystem Moodle und der Open Source Videokonferenzsoftware BigBlueButton erfolgreich ihr Distance Learning abgewickelt hat.

Als Österreichisches Vorzeigeprojekt für das Schulsystem darf auf die im BMBWF gehostete Moodle-Lösung eduvidual.at verwiesen werden. Mit wenig Mitteln aber viel Engagement konnte auch die freie Open Source Lernplattform gestärkt aus der Covid-19-Pandemie hervorgehen. Ich wage mir gar nicht auszumalen was erst mit jenen Ressourcen möglich wäre, die in proprietäre US-Lösungen oder diverse Accenture-Produkte fließen.

https://www.eduvidual.at

https://www.lernmanagement.at


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