Folgender Text war dieser Tage auf der Homepage des Bildungsministeriums zu finden.

Dass das Bildungsministerium zur Nutzung von WhatsApp aufruft ist doch sehr erstaunlich. Ist der Datenschutz in Österreich nur Optional? Wie sieht es mit der digitalen und medialen Kompetenz im Bildungsministerium aus? Gibt es denn keine Alternativen zu WhatsApp?

Die digitale Kompetenz besteht im sicheren und kritischen Umgang mit den gesamten digitalen Technologien, die für die Information, Kommunikation und die Problemlösungsstrategien in allen Lebensbereichen genutzt werden.

https://www.schooleducationgateway.eu/de/pub/resources/tutorials/digital-competence-the-vital-.htm

Dazu gehört auch die informationelle Selbstbestimmung, also die Befugnis des Einzelnen, grundsätzlich selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner persönlichen Daten zu bestimmen.

Wie wir wissen, gehört WhatsApp zum Meta-Konzern, meist noch bekannter unter dem alten Namen Facebook, zu dem übrigens auch Instagram gehört.

Wer sich mit den Geschäftsmodellen von Facebook und anderen sozialen Medien beschäftigt, weiß, dass diese Firmen weitreichenden Einfluss auf die demokratische Willensbildung bis hin zu Wahlen, auf die Debattenkultur und auf Hassrede und Gewalt haben. Sie verletzen die Menschenrechte auf Informationsfreiheit, Privatsphäre, informationelle Selbst­bestimmung und den Datenschutz. Meta erstellt nicht nur von Nutzer*innen ihrer Dienste umfangreiche Datenprofile, sondern von allen, die Apps, digitale Dienstleistungen oder Webseiten nutzen. WhatsApp-Nutzer*innen übermitteln nicht nur ihre Kontakt- und Verbindungsdaten, sondern gleich ihr gesamtes Adressbuch und damit werden auch Daten von Menschen erfasst, die WhatsApp nicht nutzen.

64% of all the people joining extremist groups were finding their way to them because Facebook’s algorithms were directly recommending them.

Stolen Focus – Why You Can’t Pay Attention p. 157

Zuckerberg also signalled he was losing interest in the effort to recalibarte the platfrom in the name of the social good … asking that they not bring him somthing like that again.

Stolen Focus – Why You Can’t Pay Attention p. 158

Zuckerberg weiß also über die Probleme, die seine Platform in der Gesellschaft hervorruft, Bescheid. Er hat aber kein Interesse, daran etwas zu ändern, das würde das Wachstum gefährden.

Die Whistleblower und ehmalige Facbook-Miarbeiterin Frances Haugen hat einen interessanten Satz gesagt.

Ich glaube, dass die Produkte von Facebook Kindern schaden, Spaltung anheizen und unsere Demokratie schwächen

Frances Haugen

Alleine dieser Satz einer Insiderin, sollte klar machen, dass die Dienste von Meta nichts in der Schule verloren haben.
Was aber macht das Bildungsministerium? Es ruft alle Schülerinnen und Schüler auf, Zuckerbergs Programm zu nutzen um Fotos zu verschicken. Sollte das Bildungsministerium nicht helfen und aufzeigen, wie wir uns sich vor solchen Systemen schützen können?

Viele engagierte Lehrer:innen versuchen im Zuge der digitalen Grundbildung die Schüler:innen auf die Probleme bei der Nutzung von WhatsApp aufmerksam zu machen und auf Alternativen hinzuweisen. Manche mögen jetzt den Eindruck bekommen, dass uns das Ministerium dabei in den Rücken fällt.

Auf Folien des Datenschutzbeauftragen des BMBWF gibt es für Facebook/WhatsApp auch ein Verbot. Diese Information dürfte aber nicht an alle Abteilungen durchgedrungen sein.

Ein paar interessante Links zu WhatsApp/Meta:

Hier noch ein Screenshot der ganzen Seite

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay


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