Die Abgeordneten zum Nationalrat Katharina Kucharowits hat gemeinsam mit weiteren Abgeordneten am 5. Juli folgende parlamentarische Anfrage eingebracht:

https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVII/J/J_11569/imfname_1458100.pdf – Nutzung von Microsoft und Google an Schulen

Die erste Frage

Wie viele Schulen (auch in Prozent) in Österreich verwenden a) Microsoft bzw. Microsoft Produkte und Anwendungen und/oder b) Google Produkte und Anwendungen (wie etwa Google Classroom oder Google OS Geräte) im Lehr- und Ausbildungsbetrieb?

wird nicht beantwortet, da angeblich keine aktuellen Daten vorliegen. Vom Schuljahr 20/21 sollten aber auf alle Fälle noch Daten vorliegen. IT-Administratoren/Direktoren füllen gefühlt diese Daten jährlich mehrmals in diversen Fragebögen aus. Auch durch die Geräteinitative sollten Zahlen vorliegen, die darüber Aufschluss geben wie viele Schulen sich für welchen Konzern entschieden haben. Ich gehe aber davon aus, dass wir heuer wieder einen Fragebogen ausfüllen dürfen.

Von diesen Bestimmungen ausgehend, wählen Lehrerinnen und Lehrer für den pädagogischen Bereich im Sinne der Methodenfreiheit selbstverantwortlich jene analogen und digitalen Werkzeuge aus, die sie im Rahmen ihrer Tätigkeit einsetzen.

Auch das ist schwer nachzuvollziehen. Seit zwei Jahren versuchen wir, bei der Gerätinitiative Laptops mit einem Freien Open Source Betriebssystem zu bekommen, oder zumindest Geräte die offiziell auch „linux-kompatibel“ sind. Darüber hinaus werden höhere Schulen verpflichtet für bestimmte Aufgaben Microsoftprodukte zu verwenden. Offiziell gibt es natürlich die freie Wahl, aber gerne sind Alternativen nicht gesehen.

Auch Frage 8 ist interessant:

Gäbe es rein technisch die Möglichkeit, die an Schulen verwendeten Microsoft bzw. Google Anwendungen auf österreichischen Servern, beispielsweise jenen des Bundesrechenzentrums, zu hosten?

Die Antwort

Aufgrund der Größe des Benutzerkreises (1,1 Millionen Schülerinnen und Schüler, 120.000 Lehrerinnen und Lehrer an über 6.000 Schulen) ist derzeit eine Hostinglösung, die für diese Größe performant skaliert, in Rechenzentren der öffentlichen Hand bzw. gleichartiger privater österreichischer Rechenzentren nicht für jede Verarbeitungstätigkeit (etwa Distance Learning-Tools) realisierbar.

Die Antwort ist aus meiner Sicht insofern nicht korrekt, weil bisher auch nicht alle Schulen ein System verwenden, oder anders formuliert, es braucht keine Hostinglösung für 1,1 Millionen SuS. Eduvidual ist ja ein sehr gutes Beispiel, dass Distance Learning gut funktionieren kann, wenn man es nicht kaputt sparen würde. Würde es überhaupt Sinn machen, ein System für 1,1 Millionen Benutzer zu kreieren? Es gibt genug regionale Anbieter/Hoster, die Schulen in ihrem Ort/Bezirk/Bundesland mit entsprechenden Lösungen versorgen könnten.

Für kommerzielle Lösungen oder Lizenzen von großen Konzernen ist immer genug Geld da, für Open Source Lösungen wird zu wenig zur Verfügung gestellt. Wir erinnern uns – ca. 38 Mio € für propriätere Lösungen, für Open Source 1,4 Ein Blick nach Schweden ist da auch interessant.

Zum Zeitpunkt des Stichtags dieser Anfrage gibt es seitens des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung keine Bestrebungen, den Einsatz von Microsoft- und Google-Anwendungen an den Schulen zu beenden.

Gegenfrage

Gibt es zum jetzigen Zeitpunkt seitens des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung Bestrebungen Freie Open Source Software in den Schulen nicht nur zu dulden, sondern aktiv zu fördern? Oder um es mit Ingrid Brodnig zu sagen

Schulen und speziell Ministerien haben eine besondere Verantwortung, welche Software sie großflächig für Schüler:innen einführen.

https://www.profil.at/gesellschaft/brodnig-datenschleuder-schule/402033593

Wird das Bildungsministerium dieser Verantwortung gerecht?

Links:

https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVII/AB/AB_11314/index.shtml

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20220907_OTS0044/spoe-kucharowits-und-tanzler-fordern-rasche-alternativen-zu-microsoft-und-google-produkten-an-schulen


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